Geschichte der Astrologie

Die Astrologie ist ein Werkzeug, welches schon seit vielen Jahrtausenden existiert. Bereits im alten Babylon (ca. 2000 v. Chr.) legte man großen Wert auf astrologische Zusammenhänge. Der Astrologe, der Astronom und der Priester waren oftmals ein und dieselbe Person, was aufzeigt, wie stark die Astrologie mit der Religion und anderen magischen Projektionen verwoben war. Indem man den Himmel ordnete, verstand man auch die Welt der Götter besser. Für die Mesopotamier waren die Planeten Repräsentanten der Götter. Somit war die Astrologie eine Art der Kommunikation mit den Göttern. Die Gelehrten lasen aus der Bewegung der Gestirne. Durch die wiederkehrenden Konstellationen am Himmel wurde eine gewisse Regelmäßigkeit erkannt und das erleichterte die Prognose des zu erwartenden göttlichen Einflusses. Eine vollständige Ergründbarkeit des göttlichen Willens war aufgrund der großen Bandbreite an möglichen Interpretationen von Gestirnsbewegungen unmöglich.

Zur damaligen Zeit begann man mit den Aufzeichnungen zu den Himmelsereignissen in Form von Keilschriften. Die Beschreibungen allerdings bezogen sich mehr auf die Themen des Königs und des Reiches und weniger auf einzelne Schicksale. Vor allem Könige, Kaiser, Päpste und Fürsten ließen sich für den Beginn von Schlachten, Verträgen, Verhandlungen, Reisen oder auch Krönungen und den Bau von Kirchen und anderen Gebäuden geeignete Zeitpunkte von ihren Hofastrologen errechnen.

In etwa 500 vor Christus entstand die Idee des Individualhoroskops welche daran geknüpft war, dass der individuelle Mensch/Seele stärker in den Vordergrund rückte. Zu dieser Zeit wurde auch der Tierkreis und seine archetypische Struktur sowie die Bedeutung der vier Elemente entwickelt.

Historische Entwicklung des astrologischen Weltbildes

Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) war ein angesehener griechischer Philosoph der sich neben vielen anderen Wissenschaften mit dem Aufbau der Welt und mit den Bewegungen der Himmelskörper beschäftigte. Er kam zu dem Schluss, dass die Himmelskörper augenscheinlich um die Erde kreisen und so entstand das geozentrische Weltbild. Wie der Name schon sagt, steht die Erde (geo=Erde) im Zentrum der Welt. Alle anderen Planeten wie Sonne, Mond und die Sterne kreisen um sie. Diesem Weltbild zufolge ruht die Erde im Mittelpunkt und bewegt sich nicht. Diese Ansicht wurde in Europa und den angrenzenden Gebieten allgemein akzeptiert und lange Zeit als wahr angesehen.

Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) war Begründer des heliozentrischen Weltbilds, demnach sich die Sonne im Zentrum des Systems befindet und die Erde so wie alle anderen Planeten und Kleinkörper umkreisen sie. Dieses Bild entspricht den realen Gegebenheiten und somit unserem heutigen Weltbild.

aus: Andreas Cellarius, Harmonia Macrocosmica, Tafel 5 (1660)

Zur damaligen Zeit hatte es das neue Weltbild nicht leicht sich durchzusetzen, denn die etablierten Gelehrten und auch die Kirchenoberen wollten am alten System festhalten. Die Erde wurde als Mittelpunkt der Schöpfung – als Kraftzentrum – betrachtet und wurde als göttliche Bestimmung aufgefasst. Diese Sichtweise sollte weiterhin bestehen bleiben und wurde vehement verteidigt. Die Auffassung, dass die Erde durchs Weltall rast um die Sonne zu umkreisen, widerspräche den Aussagen der Bibel und wurde abgelehnt und schließlich sogar verboten.

Die Entwicklung der Astrologie setzte sich dennoch fort und erreichte im 15. und 16. Jahrhundert ihre Blütezeit. An vielen Universitäten und medizinischen Fakultäten war die Astrologie eines der Pflichtfächer bis das Zeitalter des Messbaren und Zählbaren eintrat. Durch Kopernikus, Brahe, Kepler und Galilei veränderte sich das seit 2000 Jahren bestehende Weltbild. Es konnte durch genaueste Berechnungen und Beobachtungen von den genialen Theoretikern dieser Zeit bewiesen werden. Gleichzeitig wurde auch die Himmelsphysik entwickelt und das heliozentrische Weltbild nahezu vollständig bewiesen.

„Wie OBEN, so UNTEN“ oder „Wie INNEN, so AUSSEN“

Ab diesem Zeitpunkt musste die Astrologie der Physik Platz machen, bis ins 20. Jahrhundert. Es wurden neue astrologische Verbindungen in Österreich gegründet und die neu entwickelte Psychologie (C.G. Jung) immer wieder in Verbindung mit den astrologischen Interpretationen gebracht. Eine stark verbreitete Sichtweise ist die der Synchronizität (Gleichzeitigkeit), die den Zusammenhang zwischen beobachtbaren Ereignissen in der Außenwelt und innerseelischen Erlebnissen erklärt. Dies wird interpretiert als „wie oben, so unten – wie innen, so außen“. Darüber hinaus spricht C.G. Jung von den so genannten Archetypen, die so alt sind wie die Welt selbst. Archetypen sind Anteile der Seele, deren Typus mit Eigenschaften und Attributen im Inneren des Menschseins beschrieben wird. Jung nennt sie das „kollektive Unbewusste“.

Die Planetenkonstellationen werden nicht als Ursache interpretiert, sondern als Zeitqualität gedeutet. In der Deutung eines Horoskops (Radix) sprechen wir im 21. Jahrhundert von Anlagen, Potenzialen und Fähigkeiten und von seelischen Bedürfnissen.

Über die Geschichte der Astrologie gäbe es noch viel mehr zu erzählen, allerdings würde es den Rahmen hier sprengen. Ich habe versucht, die wesentlichen Punkte aufzugreifen um ein möglichst klares Bild darüber zu vermitteln, welchen Stellenwert dieses Werkzeug in der Gesellschaft einst eingenommen hat.

Meine Wahrnehmung ist, dass die Menschheit wieder zunehmend den Zugang zu sich selbst sucht um ein erfülltes Leben zu führen. Dabei können die Planentenkonstellationen im Horoskop Rat geben in Bezug auf persönliche und berufliche Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der aktuellen Zeitqualität. Genau diese Art von Beratung ist möglich mit Hilfe der psychologisch orientierten Astrologie.

Tanja Ragitsch, MA
Dipl. Astrologin

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